Die Optionen beim Umzug im Überblick
Wer umzieht, hat beim bestehenden DSL-Vertrag im Kern drei Möglichkeiten: den Vertrag zur neuen Adresse mitnehmen, ihn per Sonderkündigungsrecht vorzeitig beenden, oder ihn ganz regulär weiterlaufen lassen und parallel einen neuen Anbieter am neuen Wohnort suchen. Welche Option sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, ob der bisherige Anbieter auch an der neuen Adresse verfügbar ist.
Als ersten Schritt sollten Sie deshalb frühzeitig – idealerweise sechs bis acht Wochen vor dem Umzug – prüfen, welche Anbieter und Geschwindigkeiten an der neuen Adresse verfügbar sind. Ein Verfügbarkeitscheck mit der neuen Postleitzahl gibt hier eine erste Orientierung, bevor Sie sich für eine der drei Optionen entscheiden.
Vertrag mitnehmen (Umzugsservice) – so funktioniert's
Ist Ihr bisheriger Anbieter auch am neuen Wohnort verfügbar, bieten die meisten Anbieter einen kostenlosen oder vergünstigten Umzugsservice an. Dabei übernehmen Sie den bestehenden Vertrag inklusive Mindestlaufzeit und lassen lediglich den Anschluss auf die neue Adresse ummelden. Die verbleibende Vertragslaufzeit läuft in der Regel unverändert weiter.
Den Umzug melden Sie am besten direkt online im Kundenportal oder telefonisch beim Anbieter, sobald der Einzugstermin feststeht. Geben Sie dabei ausreichend Vorlauf an, da die Umschaltung der Leitung an der neuen Adresse je nach Anschlusstyp einige Wochen dauern kann. Fragen Sie außerdem nach, ob an der neuen Adresse dieselbe Geschwindigkeit verfügbar ist – das ist nicht überall garantiert.
Sonderkündigungsrecht bei Nichtverfügbarkeit am neuen Wohnort
Kann Ihr bisheriger Anbieter die neue Adresse nicht versorgen, steht Ihnen ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht zu. Sie können den Vertrag dann außerordentlich zum Umzugstermin kündigen, unabhängig von der eigentlichen Mindestlaufzeit oder Kündigungsfrist. Als Nachweis dient in der Regel die Meldebescheinigung oder ein entsprechender Nachweis des Adresswechsels.
Wichtig: Dieses Sonderkündigungsrecht gilt nur, wenn tatsächlich keine Versorgung am neuen Wohnort möglich ist – nicht, wenn Sie lediglich zu einem günstigeren Anbieter wechseln möchten, obwohl der bisherige Anbieter theoretisch verfügbar wäre. Holen Sie die Verfügbarkeitsbestätigung schriftlich beim Anbieter ein, um im Zweifel einen Nachweis für die Sonderkündigung zu haben.
Timing: Wann Sie den Wechsel anstoßen sollten
Damit am neuen Wohnort kein Internet-Blackout entsteht, sollten Sie den Prozess frühzeitig anstoßen. Als grober Zeitplan hat sich bewährt: sechs bis acht Wochen vor dem Umzug die Verfügbarkeit prüfen, vier bis sechs Wochen vorher Umzugsservice oder neuen Vertrag beauftragen, und in den letzten zwei Wochen den genauen Schalttermin mit dem Anbieter abstimmen.
Gerade bei einem Wechsel des Anschlusstyps – etwa von DSL auf Glasfaser – kann die technische Umsetzung länger dauern, da unter Umständen erst ein Hausanschluss verlegt werden muss. Fragen Sie in diesem Fall besonders früh nach einem realistischen Zeitplan, damit die alte Wohnung nicht schon ohne Internet ist, während die neue noch nicht angeschlossen ist.
Übergangszeit ohne Internet vermeiden
Eine kurze Übergangsphase ohne Festnetzinternet lässt sich nicht immer komplett ausschließen, besonders bei einem Anbieterwechsel. Um die Zeit ohne Anschluss zu überbrücken, kann ein mobiler Hotspot über eine Prepaid-SIM oder den vorhandenen Mobilfunktarif eine praktikable Zwischenlösung sein.
Kündigen Sie den alten Vertrag nach Möglichkeit erst, wenn der neue Anschluss einen konkreten Schalttermin hat – so vermeiden Sie, ganz ohne Vertrag dazustehen. Bei einer Mitnahme des bestehenden Vertrags entfällt dieses Risiko in der Regel ohnehin, da der Vertrag durchgehend bestehen bleibt und lediglich die Adresse geändert wird.